Hinweis: Dieser Text thematisiert sexuelle Gewalt und Selbstverletzung. Bitte lies ihn nur, wenn du mit solchen Themen umgehen kannst und dich gerade stabil genug fühlst.
Das Wasser war glühend heiß. Es prasselte auf meine Haut, brannte sich in mich hinein. Aber ich fühlte nichts. Nichts außer deinen Händen. Sie waren überall – auf meiner Brust, meinen Oberschenkeln, in meinem Gesicht. Meine Augen füllten sich mit Tränen, alles, was ich sah, war verschwommen. Und doch schrubbte ich, immer weiter, immer härter. Bis meine Haut aufriss, bis mein ganzer Körper voller Wunden war. Ich wollte dich von mir abwaschen. Dich aus mir kratzen. Aber du klebtest an mir, wie ein Schatten, wie eine zweite Haut.
Dann fühlte ich es. Das kochend heiße Wasser, verbrannte mich. Ich stand in Flammen. Aber deine Hände – sie blieben. Genauso wie die Angst. Genauso wie die Hilflosigkeit. Und trotzdem hörte ich nicht auf, meine Haut blutig zu kratzen. Es brachte nichts. Nichts konnte dich vertreiben. Es gab nur noch diesen einen Gedanken: vergessen. Nicht weil ich nicht leben wollte, sondern weil mir das Leben genommen wurde. Nicht auf einmal. Sondern Stück für Stück.
Ich war ein Kind und du warfst mich ins Feuer. Ohne Erbarmen. Ohne Reue. Hauptsache, deine Lust war gestillt.
Die Jahre sind vergangen. Doch noch immer spüre ich dich. Deine Hände. Es ist wie ein Fluch, der kein Ende kennt. Sag mir – war es das wert? Hattest du Spaß?